Anabolika im Freizeitsport: Muskeln auf Pump

Ein knackiger Po, ein straffer Bauch und gut definierte Konturen sind der geheime Traum vieler Frauen und Männer. Hartes Training und eine gute Ernährung führen aber nicht bei jedem zum Ziel. Geschlecht, Alter und Gene sind Faktoren, die individuelle Limits setzen. An dieser Stelle kommen oft Substanzen ins Spiel, die der Natur auf die Sprünge helfen sollen. In letzter Zeit ist ein zunehmender Missbrauch von Anabolika im Freizeitsport zu verzeichnen.

Symbolbild für Anabolika im Freizeitspore

Anabolika im Freizeitsport als wachsender Trend

In der Vergangenheit waren es im Sport vor allem die Profis, die mit Anabolika und anderen Dopingmitteln für Skandale sorgten. Wie weit aber diese Produkte mittlerweile auch im Freizeitsport verbreitet sind, zeigte unter anderem eine EU-weite Razzia im Jahr 2019. Es wurden 234 Verdächtige verhaftet und mehrere Tonnen Anabolika gefunden. Die Ermittlungen haben ergeben, dass der größte Teil davon für nicht professionelle Abnehmer bestimmt war. Aus einer Umfrage unter Mitgliedern von Fitnessstudios im Jahr 2016 geht hervor, dass jede(r) zehnte schon einmal ein Mittel zur Steigerung der Leistung oder zum Muskelaufbau genommen hat.

Vor allem langfristige Probleme

An der Spitze der Beliebtheit stehen anabole Steroide, kurz Anabolika genannt. Es gibt viele Varianten, doch in ihrer Struktur weisen sie alle eine große Ähnlichkeit zu Testosteron auf und wirken auch ähnlich. Tatsächlich sind dieses Präparate in der Lage, die Muskeln bei stetiger Belastung beträchtlich wachsen zu lassen.

In der Medizin sind anabole Steroide bei manchen Indikation wichtige Arzneimittel. Bei therapeutischer Dosierung geht von ihnen auch keine akute Gefahr aus. Ein Problem sind allerdings die Langzeitfolgen, wenn die Medikamente in zu hoher Dosis und/oder über lange Zeiträume verwendet werden. Dann kann es vorkommen, dass Männern Brüste wachsen während ihre Potenz nachlässt und die Haare ausfallen. Frauen bekommen eine tiefere Stimme, einen Bart oder eine vergrößerte Klitoris. Andere Probleme, wie die Belastung des Herzens, Depressionen oder das erhöhte Krebsrisiko, betreffen beide Geschlechter. Mit der Dosis und der Dauer des Missbrauchs steigen auch die Risiken.

Fälschungen und Verunreinigungen

Viele anabole Steroide stehen auf der Dopingliste. Zwar dürfen sie als Medikamente für die Therapie von Krankheiten zur Anwendung kommen, sind aber als Mittel zur Steigerung der Leistung im Sport verboten. Ein Arzt, der ein solches Präparat als Dopingmittel verschreibt, macht sich strafbar. Diese Situation sorgt aber auch für Kontroversen. Manche Experten vertreten den Standpunkt, dass es allemal besser wäre, wenn Anabolika im Freizeitsport wenigstens in guter Qualität und unter ärztlicher Kontrolle zur Anwendung kämen.

Mangels legaler Quellen greifen viele Sportler dann zu Angeboten aus dem Internet oder aus dubiosen Sportstudios. Diese Produkte sind oft verunreinigt oder falsch deklariert. Abgesehen davon enthalten sie auch oft Stoffe, die in der Medizin aus guten Gründen nicht mehr zugelassen sind. Für den Laien ist das Risiko im Einzelfall kaum zu beurteilen.

Quellen und weitere Informationen

1 Antwort zu “Anabolika im Freizeitsport: Muskeln auf Pump”

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