Boldenon als Dopingmittel im Sport

Boldenon, 1949 von Forschern der Firma Ciba entwickelt, ist ein anaboles Steroid, das heute nur noch für die Tiermedizin zugelassen ist. Trotzdem gibt es Personen, die Boldenon als Dopingmittel im Sport verwenden, und zwar dann, wenn sie auf einen langsamen aber stetigen Muskelaufbau hinarbeiten.

Eigenschaften

Aus Sicht der Chemie weist Boldenon eine große Ähnlichkeiten zu Metandienon (bekannt als Dianabol) auf. In der Wirkung unterscheidet es sich jedoch von letzterem, denn es bewirkt einen nur langsamen Aufbau, während man Metandienon vor allem für den schnellen Aufbau verwendet. Der Aufbau durch Boldenon ist allerdings von höherer Qualität. Das liegt vor allem daran, dass es bei mittlerer Androgenität nur in geringem Maße zu Östrogen konvertiert. Mehrere Studien bescheinigen der Substanz eine in Vergleich zu Testosteron um die Hälfte geringere Aromatisierung. Bodybuilder setzen sie in erster Linie während der Diätphase ein oder wenn sie einen eher langsamen, dafür aber qualitativ hochwertigen Muskelaufbau anstreben.

Oft wird Boldenon mit wenig aromatisierenden Steroiden wie Stanozolol, Trenbolon oder Drostanolon kombiniert, wenn eine hohe Vaskularität angestrebt wird. Sportler, denen es weniger um das Volumen, sondern eher um eine von Wasser- und Fetteinlagerungen weitgehend freie Muskelmasse geht, nutzen solche Stacks recht häufig. Der Einsatz von Aromatasehemmern ist in diesem Kontext eher unüblich.

Nebenwirkungen

Wie zu erwarten ist, hat die so erworbene Masse ihren Preis. Nicht selten kommt es bei den in der Szene üblichen Dosierung zu Störungen der Potenz. Weitere Probleme sind ein erhöhter Ruhepuls, fettige Haut, Akne und Haarverlust am Kopf. Da Boldenon auch die Produktion der roten Blutkörperchen anregt, ist mit einem messbar erhöhten Blutdruck zu rechnen. Auch die Blutfettwerte können sich stark verändern. Das Risiko für Herz und Kreislauf steigt um ein Vielfaches. Dass es trotz dieser Probleme immer noch zu den am meisten genutzten anabolen Steroiden zähl, liegt nur daran, dass die Risiken bei anderen Steroiden oft noch viel höher sind.

Bei den im Doping üblichen Dosierungen sollten eigentlich bei jedem Anwender die Warnsirene schrillen. 200 bis 300 mg pro Woche werden für Anfänger empfohlen, und dies über einen Zeitraum von bis zu 12 Wochen. Profis nehmen oft die doppelte Menge und kombinieren den Wirkstoff noch mit anderen Steroiden in hohen Mengen. In Studien, in denen Anwender anonym befragt wurden, trifft man sogar auf Berichte von Athleten, die sich pro Woche bis zu 1000 mg Boldenon, 1000 mg Testosteron-Enantat und zusätzlich noch Jintropin oder Insulin injizieren.

Je höher die Dosis ist, desto schwerer sind sich die Neben- und Folgewirkungen. Hoch dosierende Anwender sind auf eine gute Post-Cycle-Therapie (PCT) angewiesen, da die Hormone nach dem Absetzen sonst völlig aus dem Ruder laufen würde. Bei Kuren mit geringer Dosis kann Tamoxifen oder Clomifen beim Absetzen helfen.

Erhältlichkeit von Boldenon

Von Boldenon gibt es viele Fakes. Diese sind im besten Fall unwirksam und frei von jedem Wirkstoff. Im schlimmsten Fall sind sie mit Bakterien, Pilzen oder giftigen Stoffen verunreinigt. Nur wenige Online-Shops, bei denen man Boldenon kaufen kann, bieten eine Auswahl an Produkten, die aus Sicht der Pharmakologie allen Ansprüchen genügen.


Boldenon Strukturformel (Quelle: wikimedia.org)
Strukturformel von Boldenon (Quelle: Wikimedia.org)

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