Doping mit Tramadol: WADA will weiter beobachten

Doping mit Tramadol ist seit Jahren ein kontrovers diskutiertes Thema. Das opioidartige Medikament lindert nicht nur Schmerzen, sondern kann auch die Leistung steigern. Die WADA dachte deshalb darüber nach, das Mittel auf die Dopingliste zu setzen. Schließlich hat man sich dagegen entschieden, will aber den Einsatz des Schmerzmittels weiterhin genau beobachten.

Wie Doping mit Tramadol funktioniert

Viele Sportler sagen, dass Tramadol ihnen hilft. Einerseits ist das Mittel zur Behandlung von Verletzungen durchaus sinnvoll. Andererseits erlaubt es aber zum Beispiel einem Radsportler, in der Bergwertung über seine Schmerzgrenze zu gehen. Erschwerend kommt hinzu, dass es auch eine euphorisierende Wirkung hat, vergleichbar mit verbotenen Aufputschmitteln. Für viele Doping-Experten ist es daher nicht einsichtig, warum das Mittel weiterhin erlaubt sein soll.

Tramadol ist ein Opioid, ist also aus chemischer Sicht mit Morphium verwandt. Allen diesen Mitteln ist gemein, dass sie in der richtigen Dosierung die Stimmung verbessern und damit auch die Leistung im Sport. Im Jahr 2017 fand man Abbauprodukte des Medikaments in den Proben von 4 Prozent der Radsportler. Auch bei Fußballern und Leichtathleten hat man Spuren gefunden.

Mehrere Studien, wie die erst kürzlich im Journal of Science and Medicine in Sport veröffentlichte Arbeit, weisen auf den leistungssteigernden Effekt des Schmerzmittels hin. Im Rahmen der Studie wurden 30 professionelle Radsportler, die zur je Hälfte das Schmerzmittel bzw. ein Placebo erhielten, einem Leistungstest unterzogen. Tatsächlich war die Leistung mit dem Placebo um 5 % geringer, was in einem Wettkampf durchaus über Sieg oder Niederlage entscheiden kann (siehe Ärzteblatt).

Mehrere Anti-Doping-Organisationen wie etwa die deutsche NADA fordern daher ein Verbot. Auf der neuen WADA-Dopingliste für 2019 taucht die Substanz aber wieder nicht auf. Die WADA zieht sich auf den Standpunkt zurück, dass bisher keine endgültigen Beweise für den leistungssteigernden Effekt des Schmerzmittels vorliegen. Man kündigte aber an, weiterhin Beobachtungen anzustellen und aufgrund dieser gegebenenfalls eine Neubewertung vorzunehmen.

UCI handelt auf eigene Faust

Der internationale Radsportverband UCI will hingegen nicht länger abwarten. Hier ist das Mittel ab 2019 verboten. Andere Verbände sehen dafür keinen Grund. So sieht zum Beispiel die FIFA noch keinen Handlungsbedarf. Ein Sprecher des Verbandes sagte in einem Interview mit dem bayerischen Fernsehen, dass das Mittel „im Fußball nur sehr begrenzt“ verwendet werde. Aussage wie diese sind Wasser auf den Mühlen der Kritiker, die schon seit Jahren die Anti-Doping-Politik vieler Sportverbände als inkonsequent und wenig effektiv betrachten.

Quelle und weitere Informationen

Sebastian Krause: Neue Kritik an der WADA – Schmerzmittel Tramadol weiter erlaubt. deutschlandfunk.de, 5. Oktober 2018


Symbolbild Doping mit Tramadol


Tramadol rezeptfrei kaufen

Bei einigen Anbietern kann man Tramadol und andere Schmerzmittel rezeptfrei kaufen. Die Auflistung dient einzig und allein der Dokumentation und ist nicht als Werbung zu verstehen. Insbesondere soll die Liste keine Ermunterung zum Doping mit Tramadol darstellen.

1 Antwort zu “Doping mit Tramadol: WADA will weiter beobachten”

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