Naposim: Anabolikum aus Bulgarien

Naposim ist eines der bekanntesten Produkte auf Basis von Metandienon. Fragt man Doping-Experten nach diesem Wirkstoff, wird Naposim neben Dianabol und Metanabol wohl der am häufigsten genannten Name sein. Es muss nicht injiziert werden; man kann es in Form einer Tablette oral einnehmen. Seiner Wirkung tut das keinen Abbruch. Auch die Nebenwirkungen sind genauso riskant und von der Dosis abhängig wie bei anderen Steroiden.

Hersteller von Naposim

Terapia Ranbaxy S.A. ist ein 1920 gegründetes Unternehmen aus Rumänien. Der Firmensitz befindet sich in Cluj-Napoca (Klausenburg), der Hauptstadt des Kreises Cluj in Siebenbürgen, Zweigstellen in Moskau und Kiev. 1996 erfolgte die Privatisierung und später eine Übernahme durch US-Investoren. Terapia produziert vorwiegend Generika, darunter Herzmedikamente, Antibiotika, Cholesterinsenker, Beta-Blocker und Schmerzmittel. Auch anabole Steroide für den Einsatz in der Medizin werden angeboten. Hinsichtlich der Qualität muss Terapia den Vergleich mit seinen Mitbewerbern nicht scheuen. Seit der Privatisierung erhielt es Investitionen in Milliardenhöhe. Damit ging ein reger Wissenstransfer einher, so dass Terapia heute alle EU-Standards erfüllt und oft sogar übertrifft.

In der Doping-Szene greift man mangels besserer Alternativen oft auf Produkte zurück, die aus dubiosen Kellerlabors stammen. Wenn es aber eine Alternative gibt, die legal in der EU erzeugt wird, es es verständlich, dass man dieser den Vorzug gibt. Die Firma Terapia zeigt sich besorgt über den Missbrauch ihrere Produkte. Ermittlungen der Behörden konnten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass das Unternehmen selbst etwas mit den fraglichen Vorgängen zu tun hat. Der Versand nach Nord- und Westeuropa erfolgt jüngsten Erkenntnissen zufolge wohl meist durch Großhändler der unteren Ebene, auf die der Hersteller selbst keinen Einfluss hat.

Risiken für Doping-Athleten

Sportler, die Naposim als Dopingmittel verwenden, wiegen sich oft in trügerischer Sicherheit, weil es sich um ein medizinisch zugelassenes Produkt handelt, das man außerdem nicht injizieren muss. Der Irrtum, dass orale Steroide im vergleich zu injizierbaren Präparaten weniger gefährlich sind, ist weit verbreitet. Bei hoher Dosierung sind genau die selben Nebenwirkungen zu erwarten. Diese reichen von Haarausfall und Akne über Potenzstörungen bis hin zu Herz- und Leberschäden. Eine Begrenzung der Risiken ist nur möglich, wenn ein Arzt ins Vertrauen gezogen wird, der nach einer Voruntersuchung die Dosis und das Zeitfenster für die Anwendung festlegt. Leider machen von dieser Möglichkeit immer noch viel zu wenige Sportler Gebrauch und riskieren dadurch ihre Gesundheit.

Naposim war viele Jahre lang dafür bekannt, dass eine Unmenge täuschend echt aussehender Fälschungen auf dem Schwarzmarkt kursierte. Seit der Einführung der neuen Packung sind die Fälschungen zwar seltener geworden, aber nicht ganz verschwunden. Die Packungen sind jetzt rein weiß statt ehemals orange-weiß. Die Tabletten sind weiß, rund und durch ein eingestanztes Dreieck zu erkennen.

Weitere Informationen

Metandienon – DocCheck Flexikon | flexicon.doccheck.com


Firmensitz von Terapia Ranbaxy, Hersteller von Naposim
Firmensitz von Terapia Ranbaxy, Hersteller von Naposim

1 Antwort zu “Naposim: Anabolikum aus Bulgarien”

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