Wirkung und Nebenwirkungen von Primobolan

Primobolan, ein populäres anaboles Steroid, ist auch unter seinem generischen Namen „Methenolon“ bekannt. Es hat moderate anabole und androgene Effekte. Gemäß der einschlägigen Literatur ist es das sicherste Steroid. Das liegt unter anderem daran, dass es kaum der Leber schadet. In der Doping-Szene ist es daher eines der gefragtesten Produkte. In diesem Beitrag werden die Nebenwirkungen von Primobolan genauer unter die Lupe genommen.

Verabreichungsform

Primobolan gibt es in einer oralen sowie in einer injizierbaren Variante. Die orale Form (Acetat) hat eine Halbwertszeit von rund 4 bis 6 Stunden; bei der injizierbaren Variante (Enantat) sind es 10 bis 14 Tage. Für die „ideale“ Dosierung im Doping kursieren folgende Empfehlungen:

  • Frauen: 50-100 mg / Woche oder 10 bis 24 mg / Tag
  • Männer: 200-400 mg / Woche oder 50 bis 100 mg / Tag

Methenolon-Strukturformel, Bild für Nebenwirkungen von Primobolan
Strukturformel von Methenolon, dem Wirkstoff in Primobolan (Wikimedia Commons)

Anwendungen

Bodybuilding

In der Welt des Bodybuildings genießt Primobolan als Dopingmittel eine hohe Verbreitung. Als Anabolikum hat es eine etwas geringere Potenz als Deca Durabolin (letzteres ist wohl das verbreitetste anabole Steroid).

  • Fettverbrennung: Primobolan soll ein guter Fatburner sein. Viele Athleten nutzen es in der Definitionsphase. In dieser Phase geht es vor allem um die Reduzierung des Körperfettanteils. Der Wirkstoff fördert die Fettverbrennung auf moderate Art bzw. soll er helfen, sich auf die kalorienreduzierte Phase vorzubereiten.
  • Muskelschutz und -erhaltung: Der Wirkstoff beugt möglicherweise dem Verlust von Masse vor und verbessert die Muskelhärte. Er unterstützt also während der Diätphase die Erhaltung der Muskulatur.

In der Aufbauphase wird es nur selten genutzt, da der anabole Effekt für Profis zu schwach ist. Wenn überhaupt, können in dieser Phase nur Anfänger davon profitieren. Manche Athleten nutzen es zwischen den eigentlichen Kuren, um Kraft und Masse zu erhalten. Aus medizinischer Sicht ist von dieser Methode allerdings dringend abzuraten und sie sollte, wenn überhaupt, nur unter ärztlicher Beobachtung zur Anwendung kommen.

Stärkung des Immunsystems

Primobolan kann zur Stärkung des Immunsystems genutzt werden (unter anderem bei HIV-Patienten) und eignet sich auch für die Behandlung mancher Arten von Brustkrebs, wobei für diese Indikationen heute meist andere Wirkstoffe zur Anwendung kommen.

Steigerung der Libido

Durch mehrere Studien ist belegt, dass Primobolan einen positiven Einfluss auf das sexuelle Verlangen hat. In Erfahrungsberichten ist des Öfteren davon zu lesen, dass die Anwender eine leichte bis moderate Erhöhung ihrer Libido erlebt haben. Die erhöhte Libido geht außerdem oft mit einer allgemeinen Verbesserung der Gemütslage und der Stimmung einher.

Nebenwirkungen von Primobolan

Hinsichtlich der Nebenwirkungen von Primobolan sind folgende Punkte hervorzuheben:

Androgene Nebenwirkungen

Alle anabolen Steroide haben gemeinsam, dass sie in unterschiedlichem Ausmaß androgene Effekte hervorrufen. Wie stark diese sind, ist je nach Wirkstoff und Empfindlichkeit des Anwenders unterschiedlich. Primobolan ist zwar nur wenig androgen, ganz zu vernachlässigen ist dieser Faktor aber dennoch nicht.

Folgende androgene Effekte können durch Primobolan bei Männern ausgelöst werden:

  • Erhöhte Talgproduktion, sichtbar durch fettige Haut
  • Erhöhtes Haarwachstum am Körper und im Gesicht
  • Neigung zu Haarausfalls am Kopf bei Anwendern mit bestimmten genetischen Voraussetzungen

Folgende androgene Effekte können durch Primobolan bei Frauen ausgelöst werden:

  • Virilisierung (Vermännlichung)
  • Bartwuchs
  • Vergrößerung der Klitoris
  • Störungen im Menstruationszyklus

Testosteronabhängige Nebenwirkungen

Die Anwendung von Primobolan beeinflusst vor allem bei Männern den Testosteronspiegel. Wie bei allen anabolen Steroiden kommt es auch bei diesem zu einer Hemmung der endogenen Testosteron-Produktion. Wie stark diese Effekte sind, hängt von zwei Faktoren ab, nämlich erstens von der Art des verwendeten Steroids und zweitens von dessen Dosierung.

Auch bei Primobolan spielt die Dosis eine Schlüsselrolle. Die bei moderatem Doping verwendeten Dosierungen führen im Schnitt zu einer Hemmung der endogenen Testosteron-Produktion um ca. 50 %. Nach Beendigung des Zyklus steigen aber die Werte langsam wieder auf das natürliche Niveau an. Im Falle von Primobolan ist mit einer Dauer von einem bis vier Monaten zu rechnen.

Wird der Wirkstoff aus therapeutischen Gründen verwendet, sind in der Regel viel niedrigere Mengen im Spiel, meist im Bereich von 25 bis 50 Milligramm pro Tag. Somit sind die Auswirkungen auf den Testosteronspiegel im Vergleich zu hoch dosierenden Athleten eher gering und innerhalb von ca. vier Wochen voll reversibel.

Kardiovaskuläre Nebenwirkungen

Bei der Anwendungen dieses Steroids ist mit Risiken für Herz und Kreislauf zu rechnen. Einerseits ist dies den direkten Effekten durch die erhöhte Belastung geschuldet, andererseits der Erhöhung des Cholesterinspiegels. Der Wirkstoff verringert die Menge des HDL-Cholesterins (des „guten“ Cholesterins), während er die Werte des LDL-Cholesterins („schlechtes“ Cholesterin) erhöht. Dadurch kann es unter anderem zu einer Arteriosklerose kommen. Wie hoch die Risiken sind, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • In erster Linie sind die Effekte auf Herz und Kreislauf von der Dosis abhängig. Hohe Mengen führen zu hohen Risiken, während kleine Mengen mit geringeren Risiken einhergehen.
  • Wie stark die Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel sind, hängt vor allem mit der Dauer der Anwendung zusammen.
  • Ein wichtiger Faktor ist außerdem die Art der Verabreichung. Orale Steroide haben oft stärkere und länger anhaltende Nebenwirkungen als ihre injizierbaren Varianten. So ist es auch in diesem Fall.

Hepatotoxische Nebenwirkungen

Was die Leber betrifft, schneidet Primobolan im Vergleich zu anderen anabolen Steroiden etwas besser ab. Zwar wäre es übertrieben, den Wirkstoff als „leberfreundlich“ zu bezeichnen, doch die Risiken halten sich in diesem Bereich in eher engen Grenzen. Das liegt an der Struktur des Wirkstoffs, denn es fehlt ihm eine spezifische Komponente, die bei anderen Steroiden für die meisten leberschädigenden Eigenschaften verantwortlich ist.

Die geringe Hepatoxizität bei der therapeutischen Anwendung ist durch mehrere Studien belegt, wobei die injizierbare Variante sogar noch etwas sicherer ist als die orale.

Nebenwirkungen bei Überdosierung von Primobolan

Im Fall einer Überdosierung von Primobolan können folgenden Nebenwirkungen auftreten:

  • Depressionen
  • Akne
  • Gynäkomastie (Vergrößerung der Brustdrüsen)
  • Hautveränderungen

Gegenanzeigen

Die Anwendung dieses Steroids ist zu unterlassen, falls einer der folgenden Risikofaktoren vorliegt:

  • Prostatakarzinom
  • Prostataadenom
  • Mammakarzinom beim Mann
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • vorausgehende bzw. bestehende Lebertumoren
  • Leberfunktionsstörungen

Hinweise zur sicheren Anwendung

Folgende Punkte sind bei der Anwendung unbedingt zu beachten, weil es sonst zu Komplikationen kommen kann:

  • Wenn eine Überempfindlichkeit gegen Methenolon oder einen anderen Inhaltsstoff des Präparats vorliegt, darf es nicht angewandt werden.
  • Für Kinder ist dieser Wirkstoff ungeeignet.
  • In der Schwangerschaft oder in der Stillzeit darf es nicht angewandt werden.
  • Primobolan führt zu Wechselwirkungen mit Tamoxifen, Prasteron und Androstenedion.
  • Der Abstand zwischen zwei Dosen sollte mindestens sechs Stunden betragen. Wurde eine Dosis vergessen, ist diese nicht nachzuholen. Sie ist stattdessen zu überspringen und die Behandlung zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt fortzusetzen.
  • Der Wirkstoff ist dunkel und trocken bei Temperaturen von 20° to 25°C zu lagern.
  • Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Quelle und weitere Informationen

1 Antwort zu “Wirkung und Nebenwirkungen von Primobolan”

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